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Thomas Schuler
Hochwasser in Sachsen:
Krisenmanagement, Schäden, Vorsorgemaßnahmen

zur Druckfassung
Unser Krisenmanagement: fünf Phasen
Rückblick: Internet und Krisenmanagement
Fazit: fünf erfreuliche Aspekte

Druck-Veröffentlichung: 

Thomas Schuler,
Hochwasser in Sachsen
Krisenmanagement, Schäden, Vorsorgemaßnahmen. 
In: Bedrohte Museen. Naturkatastrophen, Diebstahl, Terror. 
Wien: ICOM Austria, 2004. 


Referat auf dem internationalen Symposium „Bedrohte Museen. Naturkatastrophen, Diebstahl, Terror“, 
veranstaltet von den ICOM Nationalkomitees Deutschlands, Österreichs und der Schweiz vom2003 in Bregenz

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Unser Krisenmanagement: 
fünf Phasen

  1. Vor und während des Hochwassers - Retten und Evakuieren
  2. Unmittelbar nach der Flut - Soforthilfe und Schadensbegrenzung
  3. Die Wochen danach - Medienarbeit und Finanzierung
  4. Die Monate danach - Rückkehr zur Normalität und Verarbeitung der Katastrophe
  5. Das Jahr danach - Rückblick und Reflexion
 zur Druckfassung
Phase 1
Vor und während des Hochwassers - Retten und Evakuieren
Bei der ersten Flut, dem Hochwasser aus dem Erzgebirge am 12./13. August 2002, wurden die Museumskollegen ebenso überrascht wie alle in Sachsen:
  • vom Ausmaß des Hochwassers
  • von den zu reißenden Gewässern werdenden Bächen
  • und von den Flüssen, die sich ihr altes Bett wieder zurück eroberten.
In den Städten des Elbtals (bes. Pirna, Dresden, Meißen) kam man danach gar nicht zum Durchatmen, denn eine zweite Flut kündigte sich an: Die Elbe stieg  am 16.-19. August 2002 bis zu 1 Meter über ihren historischen Höchststand und erforderte neue und zusätzliche Evakuierungsmaßnahmen.

Die Bedingungen beim Evakuieren waren äußerst unterschiedlich. Ebenso spektakulär wie erfolgreich war die Rettungsaktion der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: "23.000 Objekte wurden bewegt, und 23.000 Objekte wurden gerettet" konnte der Generaldirektor Martin Roth hinterher - zu Recht stolz auf diese Leistung - verkünden. Besonders schwer hatten es die Kollegen in den Technischen Museen im Erzgebirge, denn ihre Denkmäler und Schauanlagen sind wasserbetrieben und liegen somit extrem hochwassergefährdet; außerdem hatten sie kaum eine Vorwarnzeit. Auch einige technische Sammlungen mit Großobjekten  hatten keine Chance, ihr Museumsgut so kurzfristig auszulagern. Weiter flussabwärts gelang es den Kollegen, fast alles zu bergen - dies gilt auch für die 5 vom Hochwasser bedrohten Museen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg -, doch für drei Außendepots reichte die Zeit nicht mehr.

Bei all diesen widrigen Umständen dürfen die knapp 40 betroffenen sächsischen Museen außerordentlich zufrieden sein, dass kein Mitarbeiter gesundheitliche Schäden davongetragen hat, und dass insgesamt nur etwa 100 Objekte zerstört oder verloren sind (Wert rund 30.000 Euro). Auch der von der Flut direkt verursachte Schaden an Objekten blieb mit rund einer halben Million Euro überraschend niedrig. Allerdings ist der Restaurierungsbedarf an den geretteten Objekten (wegen Transportschäden und ungünstigen Lagerbedingungen) noch nicht völlig überschaubar und bezifferbar. Der Hauptschaden  jedoch liegt bei der Sanierung der Gebäude und der Erneuerung der in den Untergeschossen befindlichen technischen Infrastruktur.

Bei ihrer  Kernaufgabe, dem Bewahren von Kulturgut, haben die Museen also außerordentlich gut abgeschnitten. Entscheidend war die Schnelligkeit und Umsicht der Museumsleiter und vor allem deren Bereitschaft, Initiative und Verantwortung selbst zu übernehmen. Dem Einsatz, der Kompetenz und dem beruflichen Ethos der Museumskollegen vor Ort gebührt unser Dank und unsere Hochachtung - aber auch den vielen freiwilligen Helfern, von den Mitarbeitern des Ministeriums bis zu den Passanten, die mit anpackten.


Phase 2
Unmittelbar nach der Flut - Soforthilfe und Schadensbegrenzung
Während in der Phase 1 die Museumsleute vor Ort ganz eigenständig die Katastrophe bewältigen mussten, konnten in der Folgezeit die Kollegen  in vielfältiger Weise mithelfen.

Rasch wurde klar, dass  Einzelaktionen nicht ausreichen, sondern dass  der  Sächsische Museumsbund (SMB) aktiv werden müsse. Dies war umso dringender, als mit der Ankündigung der unvorstellbaren Elbepegel die nächste Katastrophe vor der Tür stand. Da der Vorsitzende des SMB in Dresden telefonisch schon nicht mehr erreichbar war, ergriff  ein Vorstandsmitglied, Dr. Thomas Schuler vom Schlossbergmuseum Chemnitz, die Initiative und erhielt von den verfügbaren Vorstandskollegen grünes Licht,  als Fluthilfekoordinator des SMB zu agieren und seine Idee der Museumspartnerschaften flächendeckend für Sachsen umzusetzen.

Die ursprüngliche Absicht, dies im Team und arbeitsteilig durchzuführen, musste nach einem halben Tag  wieder verworfen werden. Katastrophenmanagement und Hilfekoordination sind dann am effizientesten, wenn sie bei einer einzigen Kommunikations- und Schaltstelle gebündelt werden.

Da ca. 90 Prozent der rund 400 sächsischen Museen nicht vom Hochwasser betroffen waren, bot sich eine regionale Lösung an. Unter den Schlagworten: "Partner nach der Flut" und "Museen helfen Museen" wurden jedem Museum, das seine Probleme nicht aus eigener Kraft lösen konnte, mehrere helfende Museen zugeordnet, die dann in direkter Absprache das  Erforderliche organisierten. Ziel dieser Partnerschaften war es, zunächst durch Sofortmaßnahmen zu helfen und für eine rasche und kompetente Bergung und Erstsicherung zu sorgen, um weitere Schäden zu verhindern. Es war äußerst dringlich, dass geschultes Museumspersonal die Kollegen vor Ort entlastet und die zahllosen freiwilligen Helfer mit betreut.

Eine solche partnerschaftliche Aktion  zu starten und zu steuern, ist eine genuine  Aufgabe für einen Museumsverband; staatliche Einrichtungen wie das (durch das Elbehochwasser außerdem selbst stark behinderte) Ministerium oder die Landesstelle für Museumswesen  hätten ein solches Konzept nicht so überzeugend umsetzen können.

Die erste konkrete Aufgabe für den Fluthilfekoordinator war nun, herauszufinden, welche Museen betroffen waren, welche Schäden eingetreten waren und welche Hilfe benötigt wurde. In wenigen Tagen wurden dazu weit über hundert Telefongespräche geführt, und an Hand von  topografischen Karten eine Liste  aller flussnah gelegenen und gefährdeten Museen angelegt. Ins Elbtal waren zu diesem Zeitpunkt keine Telefonate möglich; man musste also versuchen,  Museumskollegen, die in den höher gelegenen Nachbarzonen wohnen, privat zu erreichen. In einem besonders schwierigen Fall, dem evakuierten Bad Schandau,  musste sogar ein Kurier ausgesendet werden.

Die Telefonaktion hatte zwei unerwartete, aber wichtige Nebenergebnisse. Zum einen stellte sich heraus, dass in zahlreichen von Hochwasser stark betroffenen Orten die Museen auf Grund ihrer Lage verschont geblieben waren. Bei den drängenden Fragen nach dem Schicksal dieser Museen konnte daher rasch Entwarnung gegeben werden. Zum anderen waren die Museumskollegen ebenso überrascht wie erfreut, dass ihr Verband sich so rasch um sie kümmert und Hilfe vermittelt. Da selbstverständlich alle Museen unabhängig von ihrer Mitgliedschaft im SMB angesprochen wurden, entwickelte sich nebenbei eine ganz ungeplante Werbeaktion für den Museumsverband.

Die zweite, parallel laufende Aufgabe war viel schneller und leichter zu bewerkstelligen: größere Museen mit erfahrenem wissenschaftlichen und technischen Personal zu finden, die helfen konnten und wollten. Nach rund 20 Telefonaten gab es schon genügend Zusagen. Beim Zusammenbringen der Partnermuseen wurden  selbstverständlich die jeweiligen Wünsche respektiert, ansonsten waren die damals offenen Verkehrsverbindungen maßgebend. Für die telefonisch nicht erreichbaren Museen im Elbtal wurden Partner im Voraus festgelegt, damit diese sofort nach dem Rückgang des Pegels eingreifen konnten. Die Hilfswilligkeit beschränkte sich übrigens keineswegs auf Museen; auch Restauratoren, freischaffende Museologen und Studenten haben sich spontan gemeldet und wurden vermittelt.

Obwohl eine Fülle von überregionalen Hilfsangeboten einging, wurde in den allerersten Tagen die Partnerhilfe auf Sachsen begrenzt - zum einen, weil bereits mehr als genügend Hilfsangebote aus der Region  vorlagen, zum anderen weil es vor allem um Schnelligkeit ging - sei es um den in der Sommerhitze wuchernden Schimmel zu entfernen, sei es um Papier-Objekte umgehend tief zu gefrieren, sei es um dem Antrocknen des Schlammes zuvorzukommen. 

Neben dem Aufbau und der Betreuung des Partnernetzwerks wurde die Kommunikation zur wichtigsten und zeitintensivsten Arbeit des Fluthilfekoordinators in dieser Phase: ständige Abstimmung und Informationsaustausch mit dem Ministerium und der Landesstelle und ebenso mit dem Deutschen Museumsbund (DMB) und  der deutschen Nationalgruppe des internationalen Museumsverbandes (ICOM-D).

Als "Rückgrat" für Krisenmanagement, Kommunikation und Koordination entstand eine neue, täglich aktualisierte Website  (http://www.schlossbergmuseum.de/smb/flut.html). Sie informierte über

  • die betroffenen und verschont gebliebenen Museen,
  • die Art der jeweiligen Schäden (damit Museen und Fachkräfte direkt und gezielt Sachhilfen und Arbeitsleistungen anbieten konnten)
  • die Partnerschaften zwischen „nassen“ und „trockenen“ Museen
  • die Links zu anderen Internetseiten mit Information und fachlichen Ratschlägen zur Behebung von Wasserschäden.

Phase 3
Die Wochen danach - Medienarbeit und Finanzierung
Die beiden letztgenannten Aufgaben, Kommunikation und Ausbau der Website, gingen nahtlos hinüber in Phase 3. Neues Gewicht jedoch bekam die Medienarbeit. Denn nach wenigen Tagen wurde klar, dass sich das Interesse der überregionalen Medien auf einige Orte (z.B. Dresden und Grimma) und auf bestimmte Gebäude (besonders Semperoper und Zwinger) konzentrierte. Es war daher sehr wichtig, deutlich zu machen, dass es neben diesen Medienstars  noch viele andere geschädigte und unterstützungsbedürftige Orte und Museen in Sachsen gab.

Die Hauptaufgabe des Fluthilfekoordinators in Phase 3 waren jedoch die Finanzen, d.h. die Fördermittel und Spenden. Es ging darum

  • genaue Informationen zu den verschiedenen Förderprogrammen zu sammeln und an die Museen weiterzugeben,
  • die Museen beim Erstellen der Schadensbilanz zu unterstützen und die Vergleichbarkeit der Zahlen zu gewährleisten,
  • die Museen zum Verfahren zu beraten und auf Probleme und Lösungswege hinzuweisen,
  • im Namen der nichtstaatlichen Museen gemeinsame Anträge auf Förderung zu erarbeiten und einzureichen,
  • sich bei den Fördermittelgebern für die Belange der sächsischen Museen einzusetzen,
  • auf Fairness bei der Verteilung der öffentlichen Mittel und der Spenden zu achten.
Nachdem die Bundesregierung 3 Mio. Euro Soforthilfen für Kultureinrichtungen angekündigt hatte, waren rasch Kostenschätzungen zuzuarbeiten. Obwohl die Museen und ihre Träger wenige Tage nach der Flut völlig andere Sorgen hatten, musste die ersten Zahlen abgefordert werden. Bereits 10 Tage nach Beginn des Hochwassers lag die Gesamtschadensliste der sächsischen Museen vor, 3 Tage später hat Pof. Nida-Rümelin auf seiner Pressekonferenz in Dresden die Ersthilfen für die 16 am schwersten betroffenen Museen konkret benannt; auf die sächsischen Museen entfiel knapp die Hälfte der gesamten Ersthilfe des Bundes. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass die Schnelligkeit und Genauigkeit dieser von den Museumskollegen äußerst lästigen empfundenen Eilmeldungen entscheidend war, und zwar sowohl für die Durchsetzung des Förderprogramms in Berlin wie auch für die gerechte Verteilung unter den Kultureinrichtungen.

Für die spätere endgültige Schadensmeldung wurde (in Abstimmung mit dem Ministerium) eine Kriterienliste entwickelt, die auch die je nach Schadensart unterschiedliche Förderfähigkeit der Kosten berücksichtigt. Dieses nützliche Arbeitsinstrument ist auch leicht auf andere Katastrophensituationen übertragbar.

Neben der Bundesregierung haben auch die großen Stiftungen rasch und gut reagiert: die Bundeskulturstiftung (2 Mio. Euro) und die Kulturstiftung der Länder (0,5 Mio. Euro), aber auch private Stiftungen (z. B. Ostdeutsche Sparkassenstiftung).

Bei den Spenden war zu allererst die Frage zu entscheiden, ob der SMB ein zentrales Spendenkonto einrichten soll. Nach kurzen Abklärungen mit DMB und ICOM-D wurde entschieden, dass von Museumsverbänden überhaupt keine Sammelkonten eingerichtet werden, sondern alle Spenden für Kultureinrichtungen auf die Sonderkonten der Kulturstiftungen des Bundes und der Länder fließen sollten. Als Gegengewicht für diese hohe Zentralisierungsebene war es erforderlich, die Spendenkonten der einzelnen Museen (sowie ihrer Trägerinstitutionen und Fördervereine) auf der SMB-Website publik zu machen.

Auch die Partnermuseen ließen sich einiges einfallen, um Spenden zu sammeln. Vorbildlich war die Zittauer Aktion während der großen Habsburger-Ausstellung zugunsten des Stadtmuseums Pirna. Auch der persönliche Einsatz wurde honoriert: Frau Pesenecker aus Grimma z.B. erhielt von den Kollegen der Partnermuseen ein Wellness-Wochenende im Berghotel auf Sachsens höchsten Gipfel, dem Fichtelberg, mit einem Augenzwinkern geschenkt. 

So gut die finanziellen Hilfen auch flossen, ein Problem blieb dennoch bei den Museen und ihren Trägern hängen: der Einnahmeausfall durch Schließung oder durch die ausbleibenden einheimischen und auswärtigen Besucher. Manche Museen gerieten dadurch in erhebliche Bedrängnis.


Phase 4
Die ersten Monate danach - Rückkehr zur Normalität und Verarbeitung der Katastrophe 
Die Rückkehr zur Normalität ist für ein vom Hochwasser überflutetes Museum ein komplizierter und langwieriger Prozess. Die sächsischen Museumsleiter befanden sich bei der raschen Wiedereröffnung in einem Zwiespalt. Einerseits gefährdet die gespeicherte Feuchtigkeit (und z. T. auch Schadstoffe) in den Mauern die Exponate; auch Heizungen, Klimatisierung und Alarmanlagen müssen zuerst wieder störungsfrei laufen. Andererseits sind die Museen wichtige Zentren des öffentlichen Lebens und Teil der örtlichen Gesellschaft; eine frühe Wiedereröffnung ist daher auch ein Zeichen der Freude und Ermutigung für die Mitbürger - und oft auch ein Stück touristischer Wiederbelebung. Die Kultureinrichtungen bemühten sich also sehr darum, wenigstens eingeschränkt wieder zu eröffnen.

Mehrere Museen zeigten zur Wiedereröffnung Fotoausstellungen über das Hochwasser in ihrer Stadt. Sie schlugen damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie konnten die konservatorisch bedenkliche Situation der Museumsräume vernachlässigen und sie bewiesen sich in der Krise als das, was Stadtmuseen auch im Alltag sind: als Forum für gemeinsames Erinnern und als Einrichtungen, die das kulturelle Bewusstsein und die Identität ihrer Stadt prägen.

Interessante Wege beschritten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Einige Häuser machten aus der Not eine Tugend und beließen die aus den Magazinen geborgenen Objekte in den Ausstellungsräumen. Insbesondere im Albertinum führten die Skulpturen aus dem Depot mit ihren privilegierten Geschwistern in der Dauerausstellung interessante Dialoge. Das Kunstgewerbemuseum  in Schloß Pillnitz ließ sich etwas ganz besonderes einfallen: Es bat die einschlägigen Museen  in den Partnerstädten Dresdens um exquisite Leihgaben ("director's choice").

"Wenn das Hochwasser sinkt, steigt der Pegel der Bürokratie wieder an". Dieser bittere Satz aus Dresden betraf auch uns Museen. Mehrfach musste der Fluthilfekoordinator vor Ort intervenieren oder den Museumskollegen durch Information und Rat den Rücken gegen bürokratische Unvernunft und Gängelei stärken.

Besonders wichtig  in dieser vierten Phase war der gemeinsame Kampf um neue Depots für die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, für das Kreismuseum Grimma (mit Außendepot Kloster Nimbschen) und für das Stadtmuseum Meißen ("Rote Schule"). An allen drei Orten sind mittlerweile hochwassersichere neue Depots beschlossen worden; auch deren Finanzierung mit Bundesmitteln ist gesichert.

Wer eine Katastrophe überstanden hat, hat sie noch lange nicht bewältigt. Psychologen wissen, dass nach einer extremen Belastung (Hochwasserkatastrophe) und anschließendem Dauerstress (Schadensbegrenzung und -beseitigung; Wiederinbetriebnahme) irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem man das Geschehene innerlich verarbeiten muss. Gerade dann ist es wichtig, etwas Abstand zu gewinnen und Gesprächspartner zu haben. Die Partnermuseen, die Landesstelle und der SMB  haben daher in dieser Phase versucht, den Kollegen beim persönlichen Umgang mit der Katastrophe zu helfen. Dies war mit ein Grund, warum der SMB alle betroffenen Museumsleiter zu einem Auswertungstreffen nach Chemnitz einlud, das dankenswerterweise von unserem Nachbarverband in Thüringen finanziert wurde.


Phase 5
Das Jahr danach - Rückblick und Reflexion
Zwei Museen haben hervorragende Bücher über das Hochwasser herausgebracht
  • die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Caroline Möhring, Johannes Schmidt (Hrsg.), Gegen den Strom. Die Rettung der Dresdener Kunstschätze vor dem Hochwasser im August 2002, Verlag der Buchhandlung Walter König, Köln 2002, 183 S.
  • das Kreismuseum Grimma (als Katalogbuch zur Fotoausstellung): Marita Pesenecker, Jonas Flöter (Hrsg.), Grimma, Flutbilder - Bilderflut. Eine Fotodokumentation, Leipziger Universitätsverlag / Sax-Verlag Beucha 2002, 183 S.
Die Tagung des SMB in Chemnitz hat am 19./20. Oktober 2002 im Wasserschloß Klaffenbach stattgefunden; die Berichte sind veröffentlicht in:
  • „Informationen des Sächsischen Museumsbundes“, Heft 24/2002, S. 74 - 82 und  25/2002, S. 57 - 75
Eine zweite Tagung hat  am 27. November 2002 in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stattgefunden. Sie war von diesem Haus organisiert und als Expertentagung konzipiert, bei der deutsche und internationale Spezialisten für Katastrophenprävention und -management vortrugen. Der Tagungsband ist veröffentlicht: 
  • Bettina Probst, Michael John (Hrsg.), Katastrophenschutz für Museen, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2003, 94 S. 
Die Zusammenarbeit mit Bibliothekaren, Archivaren und Restauratoren wurde bei der Dresdner Tagung begonnen; sie muss unbedingt weitergeführt werden, weil ein Teil der Hochwasserprobleme alle vier Berufsgruppen betrifft.

Am Ende aller Reflexionen müssen jedoch handlungsorientierte Empfehlungen stehen und Konsequenzen gezogen werden. Ein erster Anlauf zu diesem wichtigen Ziel ist die Agenda-Liste, die den Ertrag der Chemnitzer und der Dresdner Tagung zusammenfasst.

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Das Internet
ein starkes Instrument beim Krisenmanagement nach der Flutkatastrophe
Diese Webseiten waren - wie alle anderen Aktionen in diesen dramatischen Tagen - nicht geplant, und ich hatte auch kein Vorbild, an dem ich mich hätte orientieren können. Außerdem blieb nicht die Zeit, um mit professionellen Webdienstleistern zu kooperieren. Denn eine Nothilfe-Website muss kurzfristig und mit einfachen Mitteln produzierbar sein und jederzeit vom eigenen Computer aus änderbar. Es war eine gänzlich unerwartete Katastrophe, also blieb mir nichts anderes übrig, als zu reagieren und Tag um Tag neu herauszufinden, was am meisten nötig war. Und mit den sich ändernden Bedürfnissen entwickelte ich diese Website und fügte viele neue Elemente hinzu. Auch das Potential und die Vorteile der Web­kommunikation änderten sich während der verschiedenen Perioden der Krise und der Krisenbewältigung.


1)  Wie es begann: Der Zusammenbruch der Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb Sachsens war äußerst schwierig geworden. Als die Fluten kamen, muss­ten die Postdienste eingestellt werden, und bald gerieten die Telefone und Computer  ebenfalls in Schwie­rigkeiten. Als der Strom abgeschaltet wurde, konnten die Telefonanlagen, Faxgeräte und Compu­tersysteme nicht länger arbeiten.  Das steigende Wasser machte früher oder später auch dem Betrieb von einzelnen Telefonen (und manchmal sogar von ganzen Gebietsnetzen) ein Ende.

Handys waren nur eine sehr begrenzte Hilfe, denn einige Sendestationen waren überflutet oder ohne Strom. Die Netze arbeiteten weit oberhalb ihrer Leistungsgrenzen; deswegen baten die Behörden ein­dringlich, Handys nicht zu benutzen, weil die Not- und Rettungsdienste die verbleibenden Kapazitäten benötigten. Und selbst wenn ein Anruf auf ein Handy gelang, musste man sich kurz fassen, denn die Gesprächspartner in den überfluteten Gegenden konnten ihre Akkus nicht mehr aufladen - eine Tatsa­che, die auch die Nutzung von mobile Computern erheblich einschränkt.

2)  Wiederaufbau der Kommunikation
Eine "Kommunikationsgesellschaft" ist ziemlich hilflos, wenn all ihre hoch entwickelten Systeme zusam­menbrechen. Als ich versuchte, erste Informationen über den Zustand der Museen in den überfluteten Gebieten zu gewinnen, habe ich es zunächst mit den völlig überlasteten Notlinien der Stadt- oder Kreis­verwaltungen probiert. Um mit den Museumskollegen in direkten Kontakt zu treten, musste ich heraus­finden, wer von ihnen in höheren Lagen wohnt. Außerdem suchte ich nach Verwandten, Freunden oder Kollegen in der Nachbarschaft, die dann persönlich jemand vom Museum kontaktieren konnten. Wenn all diese Versuche misslangen, musste ich zu  einem drastischen Mittel greifen, das man eigentlich im 21. Jahrhundert meinte überwunden zu haben: Ich sandte einen "Kundschafter" (mit einem "Legitimations­schreibn" unseres Museumsbundes) mit dem Auftrag, die Straßensperren der Polizei zu überwinden (die Städte und Dörfer von Plünderern und Katastrophentouristen schützten) und direkt vor Ort das Museum zu inspizieren und jemand vom Personal zu suchen.

In dieser Phase waren E-Mails sehr hilfreich, und zwar aus zwei Gründen: Da viele Bewohner anderen halfen und draußen arbeiteten, waren sie telefonisch schwer erreichbar; E-Mails waren der beste Weg um ihnen längere Nachrichten zuzusenden. Außerdem können nicht viele Museumskollegen zu Hause Faxe empfangen, und die Museumsbüros waren meist in überfluteten Stadtzentren gelegen. Für viele Tage war deswegen der Austausch von Texten und Tabellen nur mit E-Mail-Anhängen möglich.


3)  Erste Hilfe
In den überfluteten Städten konnte man Bibliotheken und Buchhandlungen nicht benutzen. Wenn die Museumsfachleute sich also Informationen darüber beschaffen wollten, wie man sich in einer solchen Flutkatastrophe verhalten soll, waren Websites die bestmögliche Informationsquelle. Gerade wenn man es mit einem Problem zu tun hat, dem man nie zuvor begegnet ist, benötigt man ganz detaillierte Hin­weise und Ratschläge. Einige Archiv- und Bibliotheksverbände bieten dauerhaft auf ihren Websites spezielle Seiten zur "Ersten Hilfe" für Bücher, Papierdokumente und Fotos und ebenso auch Checklisten für Notsituationen. Andere Institute ergänzten ihre Seiten mit den in dieser Situation nützlichen Informa­tionen, einschließlich der Adressen von Fachinstituten und Firmen. Da Zeit ein sehr wichtiger Faktor ist, wenn man in einem heißen Sommer völlig durchfeuchtete Bücher oder Akten retten will, war dieser Webservice außerordentlich hilfreich.

Die wichtigsten Informationsnetze und Mailing-Listen reagierten ebenfalls schnell und adäquat: H-Mu­seum und historicum.net boten spezielle Informationsseiten und Linklisten an.

Die Sonder-Website des Sächsischen Museumsbundes informierte über den aktuellen Stand der Part­nerschaften zwischen Museen. So konnte jedes Museum, das Hilfe leisten wollte, sehen, wo noch ein anderes Museum ohne Partner war. Außerdem stellte ich einen Schadenskatalog zusammen und publi­zierte ihn im Netz, damit klar wurde, welche Art von Dienstleistung oder Sachhilfe in den verschiedenen Museen gewünscht war.


4)  Informationsverbreitung
Museumskollegen in ganz Deutschland sorgten sich sehr um die sächsischen Museen, als sie die Hor­rorbilder in den Fernsehnachrichten sahen. Eines meiner ersten Anliegen war deshalb, auf der Website eine Liste der betroffenen und auch der nicht betroffenen Museen zu veröffentlichen. Ganz am Anfang war diese Liste mit vielen Fragezeichen durchsetzt, aber Tag um Tag wurden sie weniger.

Bald entschied ich mich, die am stärksten geschädigten Museen etwas ausführlicher zu präsentieren. Denn unglücklicherweise war die offizielle Website "Museen in Sachsen" mit ihrem "Sächsischen Mu­seumsführer" und ebenfalls auch die Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in den ersten Wochen nicht im Netz, denn der in Dresden lokalisierte Server des Ministeriums war ausgefallen. Als Ersatz sammelte ich Basisinformationen und Fotos zu den 20 am meisten geschädigten Museen. Da viele Privatpersonen, Museen und Verbände in Deutschland anfragten, wie sie mit Spenden direkt hel­fen könnten, fügte ich die Spendenkonten aller geschädigten Museen (und ihrer Fördervereine) hinzu.


5)  Weitere Bausteine
Als sich herausstellte, dass der Tourismus in Sachsen schwer beeinträchtigt war, sammelte und publi­zierte ich die Wiedereröffnungstermine der Museen. Außerdem richtete ich eine Sonderseite ein, auf der die ersten Sonderausstellungen und Aktionen nach der Flut und insbesondere die Fotoausstellungen über die Flut präsentiert wurden.

Die Bundesregierung und einige Kulturstiftungen haben Unterstützungsprogramme angekündigt. Förder­richtlinien und Verfahren wurden zu einer komplizierten und öfter sich ändernden Angelegenheit. Ich bemühte mich daher, den nichtstaatlichen Museen ständig die aktuellen  Informationen zu dieser zen­tralen Frage zu liefern.
Als die Hauptinformationsprobleme innerhalb Sachsens gelöst waren, war Zeit für einen Blick über die Grenzen: Informationen über die Museen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und der Tschechischen Republik wurden in unsere Website integriert. Die seit 7. September entwickelte englische Version berichtete von Anfang an von allen betroffenen Museen in Deutschland.


6)  Fazit
Während einer Katastrophe ist das Internet ebenso lahm gelegt wie die anderen stromabhängigen Kom­munikationssysteme. Aber danach sind Internet und E-Mails wichtige Ergänzungen der herkömmlichen Medien. Die Portale verlinken nicht nur zu Schadensberichten sondern auch zu Fachinformationen über Katastrophenhilfe und konservatorische Spezialfragen.

Eine eigene Website bietet insbesondere denjenigen Einrichtungen, die nicht im Fokus der Journalisten liegen, die Chance, auf sich aufmerksam machen und ihre Freunde und Partner deutschlandweit entwe­der zu beruhigen oder zur Hilfe zu animieren. Eine zentrale Sonder-Website eignet sich darüber hinaus hervorragend zum raschen Aktualisieren von Informationen, zum Aufbauen und Steuern von Partner-Netzen und zum Vermitteln von direkten Hilfen und Spenden.

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Fazit:
fünf erfreuliche Aspekte

  1. Rasche Normalisierung und ausreichende finanziellen Entschädigungen
  2. Vielfache Solidarität
  3. Neue Wertschätzung der Museen
  4. Image der Museen und der Museumszunft
  5. Die Schlüssel zum Erfolg: Ethos und Vernetzung
Die Flut hat den Menschen viel Verlust und Leid gebracht und mancher Ort geriet an den Rand der Existenzfähigkeit. Auch die Museen haben allen Grund zu klagen, vor allem was die Schäden an Gebäudesubstanz, Haus- und Museumstechnik betrifft. Aber auch erhebliche Einnahmeausfälle und die Verringerung des regionalen Spenden- und Sponsoringvolumens (zum Teil wegen eigenen Schäden, zum Teil wegen Fluthilfe) machten den Museen zu schaffen. Dennoch sind auch einige positive Aspekte nicht zu übersehen.


1)  Rasche Normalisierung und ausreichende finanziellen Entschädigungen
Die ersten Museen haben bereits Ende August wieder den Publikumsbetrieb aufgenommen; fast alle Museen waren Mitte November 2002 wieder in Voll- oder Teilbetrieb. Lediglich das Heimatmuseum Bad Schandau und das Pianofortemuseum Meißen sind 1 Jahr nach der Flut noch komplett geschlossen.

Vom Finanzvolumen her sieht es so aus, als ob die 2002 verteilten knapp 10 Mio. Euro und die für 2003 vorgesehenen 100 Mio. Euro die Schäden im Kulturbereich in etwa abdecken. Auch die bislang sehr bedarfsgerechte und faire Verteilung hat viel zum Elan des Wiederbeginns und zum Erhalt der kollegialen Atmosphäre beigetragen.


2)  Vielfache Solidarität
Die Solidarität beginnt bei den Museen selbst: Unsere Partnerhilfe hat hervorragend funktioniert und wurde in anderen Bundesländern und Kultursparten als Vorbild angesehen.

Die Staatlichen Kunstsammlungen  Dresden haben ein besonderes Zeichen der Solidarität gesetzt. Bei dem 2002 erhobenen Spendenaufschlag auf die Eintrittskarten kamen rund 35.000 EUR für die nichtstaatlichen Museen Sachsen zusammen!

Am meisten jedoch wurde über die (für manche überraschende) Solidarität zwischen dem Westen und dem Osten Deutschlands gesprochen. Was überall in den Flutgebieten zu beobachten war, galt auch für die Museen. Viele Hilfsangebote und Spendenaktionen kamen von Museen und Restauratoren der westlichen Bundesländer.


3)  Neue Wertschätzung der Museen
Wer hätte diese Erfahrung noch nie gemacht: Wenn etwas Wichtiges und Wertvolles täglich verfügbar ist, verliert es an Reiz; erst wenn der Verlust droht, besinnt man sich auf den wahren Wert. Genauso erging es den Museen in den Hochwassergebieten: Als die Fluten die Ausstellungen und Depots bedrohten, war die Hilfsbereitschaft enorm, um das gemeinsame Erbe zu retten. Aus "dem" Museum wurde "unser" Museum.

Eine andere Beobachtung: Viele Familien haben ihr Hab und Gut, aber auch ihre Erinnerungsstücke und Fotoalben verloren - und sie merkten, dass dies mehr und länger schmerzt als mancher materielle Verlust. Auch solch eine Erfahrung ist ein (allerdings sehr bitterer) Weg, den Sinn eines örtlichen Museums besser zu begreifen. Man empfindet nämlich dankbar, dass wenigstens die kollektiven Erinnerungsstücke und Bilder nicht von Fluten vernichtet wurden.

Zahlreiche Museen haben in der schwierigen öffentlichen Stimmungslage nach der  Katastrophe sehr gut reagiert und als Brennpunkte des öffentlichen Lebens Verantwortung übernommen und Impulse gegeben. Die rasche Wiedereröffnung, die Fotoausstellungen zur Flut, aber auch viele kleinere Aktionen haben die Position der Museen vor Ort  deutlich gestärkt. Gerade in Krisensituationen können Museen zur Orientierung und Stabilität beitragen und mit ihren Angeboten wieder Freude und Zuversicht stärken.

Selbst den kühlen Rechnern wurde nach der Flut schlagartig vorgeführt, wie der Tourismus ohne Museen und Theater in die Knie geht. So unangenehm für manchen Museumsdirektor auch der Druck nach rascher Wiedereröffnung war, den Tourismus, Hotelgewerbe und Wirtschaftsverbände ausübten - die Erfahrung, wie unverzichtbar die kulturellen Einrichtungen als Wirtschaftsfaktor sind, dürfte jedenfalls alle Beteiligten überrascht haben.


4)  Image der Museen und der Museumszunft
Gerade in kleineren Orten, in denen das Museum manchmal einen schweren Stand hat, gab es nach der Flut einige Verwunderung bei Bürgermeistern und Landräten. Dass die Museen schneller, großzügiger und unbürokratischer als alle anderen Bereiche gefördert wurden, brachte ebenso Pluspunkte wie die Tatsache, dass Bundesmittel direkt zum Museum flossen und dass sich große nationale Stiftungen plötzlich für das lokale Museum interessierten.

Auch bei den internen Fluthilfe-Auswertungen auf Landes- und Bundesebene war nicht zu übersehen, dass die Museumsleute den Vergleich mit keiner anderen Berufsgruppe zu scheuen brauchen, wenn es um Schnelligkeit und Effizienz bei Rettungsaktionen, Schadensbilanz, Fördermittelanmeldung oder PR-Präsenz ging. Nirgendwo sonst wurde z. B. das Internet als ein zentrales Instrument des Katastrophenmanagements eingesetzt (siehe Anhang 3). Wir waren auch die ersten, die Auswertungstagungen organisierten und eine handfeste Agenda-Liste erarbeitet haben.


5)  Die Schlüssel zum Erfolg: Ethos und Vernetzung
Nachdem bei den staatlichen wie den nichtstaatlichen Museen in Sachsen das Katastrophenmanagement insgesamt sehr erfolgreich war, ja streckenweise sogar als vorbildlich bezeichnet wurde, muss man die Frage stellen, woran dies lag - denn vorbereitet auf diese Katastrophe waren wir Museen ebenso schlecht wie die Gesellschaft insgesamt.

Der erste Schlüssel zum Erfolg liegt im hohen Ethos und in der Eigenverantwortung der Museumsleute. Sie definieren sich nicht als Teil eines öffentlichen Verwaltungsapparates, sondern als Sachwalter für einzigartiges Kulturgut. Auch wenn es in keinem Dienstvertrag steht: Jeder Museumsdirektor trägt die Verpflichtung in sich, dass er seinem Nachfolger die Sammlung reicher und besser übergeben möchte.

Dieses Ethos, das der Aura eines Objektes, der hohen Wertschätzung eines Unikats und dem Sammeln und Erhalten für künftige Generationen verpflichtet ist, spornt Museumsleute an, in bedrohlichen Situationen einen hohen Einsatz zur Rettung von Objekten zu wagen, aber auch die Risiken gut abzuwägen.

In der guten Vernetzung der sächsischen Museen sowohl untereinander als auch innerhalb Deutschlands liegt die zweite wesentliche Voraussetzung dafür, dass unser Katastrophenmanagement ohne Anlaufschwierigkeiten und Reibungsverluste funktionierte.

Wenn unser Museumsbund schwach organisiert oder zerstritten gewesen wäre oder wenn unsere Alltagsbeziehungen zur Landesstelle und zum Ministerium schlecht gewesen wären, dann wäre auch in der Krisensituation Sand im Getriebe gewesen. Ein besonders glücklicher Zufall war, dass die beiden Fluthilfe-Verantwortlichen der staatlichen bzw. nichtstaatlichen Museen (Dr. Roth und Dr. Schuler) im Vorstand des Deutschen Museumsbundes sowie aktive ICOM-Mitglieder waren. Es war daher völlig problemlos, die drei Ebenen der Verbände (Land - Bund - international) auf gemeinsamen Kurs zu bringen und zu halten.

Was für die Museumszunft insgesamt gilt, gilt auch für die einzelnen Museen: Die Hilfsbereitschaft nach der Flut hing ganz wesentlich von den dauerhaften beruflichen Beziehungen zwischen den Museen und ihren Kollegen ab. Mit anderen Worten: Der Einzelgänger und Eigenbrödler hat in und nach einer solchen Katastrophe viel schlechtere Karten als der Museumsleiter, der über Leihverkehr, Tagungsbesuche und gemeinsame Ausstellungsprojekte ein Netz kollegialer Beziehungen aufgebaut hat. Wem das modische Wort "Vernetzung" dafür nicht über die Lippen kommt, der möge sich eben an ein altmodisches deutsches Sprichwort halten, das nicht nur im Alltag, sondern erst recht in einer Notsituation gilt: "Wie man sich bettet, so liegt man".

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Arbeitspapiere
zum Krisenmanagement
und zur Katastrophen-Vorsorge
Checklisten zu:
Schadensmeldungen
Vorsorgemaßnahmen (Druckfassung)

Druck-Veröffentlichung:

Anhang 1 und 2 zu:
Thomas Schuler,
Hochwasser in Sachsen
Krisenmanagement, Schäden, Vorsorgemaßnahmen. 
In: Bedrohte Museen. Naturkatastrophen, Diebstahl, Terror. 
Wien: ICOM Austria, 2004. 


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Kriterien
für eine differenzierte Hochwasser-Schadensmeldung

English version

Bei den Erstmeldungen der Schäden kommt es darauf an, rasch einen Überblick zu gewinnen und eine vernünftige Basis für die Verteilung der Soforthilfe zu haben. Diese ersten Meldungen werden in aller Hektik erstellt und sind daher oft unvollständig und nur grob geschätzt. Nach Überprüfung und Präzisierung kann dann die endgültige Schadensmeldung erarbeitet werden, welche die ganze Breite der Kostenfaktoren wie auch der Fördermöglichkeiten berücksichtigen muss. Hierzu hat der Sächsische Museumsbund eine Liste entwickelt; sie wird hier in einer leicht generalisierten Form wiedergegeben, damit künftig bei ähnlichen Situationen eine erste Orientierung zur Verfügung steht.

Entscheidend ist die Aufteilung in die Hauptblöcke. Da es sich um ganz unterschiedliche Sachverhal­te und Förderungsmöglichkeiten handelt, müssen die Schadensmeldungen entsprechend aufgeteilt werden. Die ausführliche Darstellung der Unterpunkte dient zwei Zielen. Zum einen soll sie eine Hilfestellung (Checkliste) für die Museen und ihre Gutachter sein, damit nichts anzumelden vergessen wird. Zum anderen soll sichergestellt werden, dass die Schäden den Blöcken richtig zugeordnet werden, damit die Vergleichbarkeit der Meldungen (und damit eine faire und korrekte Verteilung der Gelder) gewährleistet wird. Keinesfalls jedoch sollen die Unterpunkte dazu verleiten, dass penibel zu jedem Punkt Ausführungen gemacht werden.

Block A
Krisenbewältigung und Folgekosten

  1. Bergung
  2. Transporte
  3. Miete und Sicherungskosten für Auslagerungsflächen
  4. Maßnahmen zur Schadensbegrenzung (z.B. Pumpen)
  5.  Zusatzkosten Notbetrieb (z.B. Notstromaggregate, Bewachung)
  6. Reinigung
  7. Entsorgung
  8. Einnahmeausfälle durch Schließung
  9. Einnahmeminderung durch geringe Besucherzahlen nach Wiedereröffnung (Touristen und Einheimische bleiben aus!)


Block B
provisorischer Betrieb, Beschleunigung der Wiedereröffnung

  1. Sicherung der Betriebsbereitschaft
  2. Behelfsbauten (z.B. Zugang, Kasse)
  3. Umdisposition beim Museumsbetrieb(z.B. Absage / Verschiebung / Umplanung / Neupla­nung von Ausstellungen und Veranstaltungen)
  4.  spontane Sonderausstellungen (z.B. Hochwasser in ...)


Block C
Wiederherstellungskosten von Gebäude und Einrichtung

  1. Gebäude
  2.  allgemeine Haustechnik (z.B. Heizung, Sanitär, Elektrik)
  3.  museumsspezifische Haustechnik (z.B. Klimaanlage, Sicherheitstechnik)
  4.  allgemeine Außenanlagen (z.B. Parkplatz, Hof)
  5.  museal genutztes Außengelände (z.B. historische Gärten, Frei-Exponate, Schauanlagen)
  6. Dauer- und Sonderausstellungen
    • Architektur / Gestaltung (Honorar + Realisierung)
    • Vitrinen / Tastschutz
    • Stellwände / Infotafeln
    • Sockel / Podeste
    • Rahmen / Präsentationshilfen
    • Grafische Gestaltung (Honorar + Realisierung)
    • Modelle / Repliken
    • AV-Medien (Geräte + Gestaltung + Aufnahme + Produktion)
    • EDV-Medien (Hardware + Software + Gestaltung + Dateneingabe + Realisierung)
  7.  allgemeine Raumausstattung (z.B. Büromobiliar, Bücherregale, Hausmeisterwerkstatt)
  8.  technische Raumausstattung (z.B. EDV, Telekommunikation)
  9.  museumstypische Raumausstattung (z.B. Magazinschränke, Restaurierungswerkstatt)
  10.  Warenlager (z.B. Haustechnik, Restaurator, Grafik, Museumspädagogik, Museumsshop)


Block D
Restaurierung von Objekten

  1. Restaurierung von Wasserschäden an Museumsobjekten
  2. Transport und Lagerschäden an den Objekten (Ermittlung + Behebung)


Block E
Objekt- und Wertverlust

  1.  Objektverlust
  2. Wertverlust bei geschädigten Objekten

Block F
Vorsorge und Verbesserung

  1.  Gutachten zur Ursachenanalyse
  2. Planungskosten
  3.  Verbesserung der Hochwasserschutz-Massnahmen
  4.  Verbesserung der Evakuierungs-Möglichkeiten
  5. Umbauten, insbesondere Verlegung von Magazinen und sensibler Haustechnik in höhere Etagen
  6. Neu- und Umbaukosten für sichere Magazine

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"Nach dem Hochwasser" ist "Vor dem Hochwasser"

Die Sächsische Agenda-Liste zur Katastrophen-Vorsorge

zur Druckfassung

  Raumkonzept und Funktionsverteilung
Vorsorge - Baumaßnahmen
stationäre Einbauten
mobile Elemente
Organisatorische Vorkehrungen
Ersthilfe-Management

In Sachsen wurde die Hochwasserkatastrophe auf zwei Museumstagungen ausgewertet:

  • Hochwasser und Museen, am 19. /20. Oktober 2002 in Chemnitz  (Wasserschloß Klaffenbach), Veranstalter: Sächsischer Museumsbund, Leitung: Dr. Thomas Schuler
  • Katastrophenschutz für kulturelle Einrichtungen (Schwerpunkt Museen), am 27. November 2002 in Dresden (Schloss), Veranstalter: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Leitung: Dr. Martin Roth

Die folgende Liste ist ein erster Versuch, das auf beiden Tagungen zum Thema Vorsorge Gesagte zu systematisieren, zu komplettieren und in einem handlungsorientierten Maßnahmenkatalog zusammenzufassen; mein Dank geht insbesondere an Michael John (Staatliche Kunstsammlungen Dresden), Ken Golding (Heritage Safety Management Services, GB) und Wilbur Falk (Getty Conservation Institute, Kalifornien).


I)   Gebäude: Raumkonzept und Funktionsverteilung

A)  gefährdete Zonen definieren

  1. Keller / UG
  2. EG
  3. Dachgeschoß
  4. Nebengebäude / Außenmagazine

B)  Risikoklassen definieren

  1. Klasse 1: Kompaktmagazine (Begründung: Evakuierung äußerst erschwert; Unersetzbarkeit der Objekte)
  2. Klasse 2: Magazine (Begründung: Evakuierung kostet viel Zeit und Arbeitskraft; Unersetzbarkeit der Objekte)
  3. Klasse 3: vitale Museumstechnik
    • Zentrale Stromversorgung (Begründung: Die Stromversorgung muss so lange wie möglich aufrechterhalten werden)
    • Werkstatt (Begründung: beim Evakuieren müssen Werkzeuge und Hilfsmittel voll verfügbar sein).
  4. Klasse 4: Ausstellung (Begründung: Die Ausstellungen sind aufgrund der überschaubaren Zahl der Objekte wesentlich leichter zu evakuieren als Magazine. Außerdem sind Objekte bei kleineren Überschwemmungen nicht so gefährdet, da sie überwiegend im Sichtbereich, d.h. über 75 cm über Fußbodenhöhe, angebracht sind.)
  5. Klasse 5: Restaurierungswerkstätten (Begründung: Die Rettung von Objekten aus diesen Werkstätten kann meist in sehr kurzer Zeit erfolgen. Allerdings ist die Einrichtung meist sehr kostenintensiv, und nach einer Katastrophe werden diese Werkstätten dringend benötigt.)
  6. Klasse 6: haustechnische Zentralen: Heizung, Klima, Sicherheit (Begründung: Erneuerbar, allerdings mit sehr hohen Kosten. Ausfall führt zu  Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme des Museums und zur Gefährdung der Klimastabilität und Diebstahlsicherheit der geretteten Objekte.)

C)  Synergien / neue Lösungen

  1.  im eigenen Haus
  2. mit anderen Museen
  3. mit neuen Partnern

II)  Gebäude: Vorsorge - Baumaßnahmen

A)  Umfeldsicherung

  1. ehemaliges Fluss-/Bachbett als Risikofaktor
  2. Schutzdämme, Ableitdämme
  3. Flutrinnen, Ablaufkanäle und -röhren

B)  mechanische Sicherung gegen Hochwasser

  1. Unterspülschutz der Fundamente (Begründung: Absicherung gegen Einsturz von Mauern in flussnahen Lagen)
  2. Fensterschutz durch Läden oder Gitter (Begründung: Absicherung gegen Zerstörung der Fenster durch Treibgut mit enormen Folgenschäden)
  3. abgedichtete Zusatztüren und Fensterläden (Begründung: Absicherung gegen Eindringen von Hochwasser)

C)  statische Sicherung gegen Grundwasser

  1. Risiko: Auftrieb des gesamten Gebäudes (vor allem bei Gebäuden mit wenig Auflast)
  2. Risiko: Grundwasserdruck auf Außenmauern im Untergeschoss

D)  Abdichtung des Untergeschosses

  1. Wannen-Konstruktion (Achtung Auftrieb: Siehe C 1)
  2. druckfeste Abdichtung von Außenöffnungen (Schächte, Rohrdurchbrüche)
  3. Rückschlagventile an Abwasserleitungen

E)  Evakuierungswege und -öffnungen

  1. Lichte Weite
  2. Stolperfallen (z. B. Bodenöffnungen, Schwellen)
  3. Notbeleuchtung
  4. Orientierungshilfen (z. B. nachleuchtende Farbe)
  5. Betriebsstabilität von Aufzügen

F)   Notdepot vorbereiten


III)  stationäre Einbauten

A)  Risikovermeidung in gefährdeten Zonen

  1. Gefahrgutlagerung
  2. Öltanks
  3. betriebstechnische Substanzen (z. B. Hydrauliköl des Aufzugs; Restaurierungswerkstatt)

B)  Krisenvorsorge

  1. Notstromaggregate (Leistungsfähigkeit genau kalkulieren)
  2. Not-Arbeitsbeleuchtung in gefährdeten Bereichen (bes. Depots) installieren
  3. Pumpen und Pumpensümpfe

IV)  mobile Elemente

A)  Gebäudeschutz

  1. vorgefertigte Sicherungen für Türen und Fenster
  2. Sandsäcke
  3. Folie
  4. Bauschaum
  5. Abkleben von Schlössern (Begründung: Schmutzwasser macht Schlösser unbrauchbar)

B)  Objektschutz

  1. Einhausungen von nicht transportablen Objekten
  2. Magazinlagerung auf Paletten

C)  Evakuierungshilfen

  1. Taschenlampen / Kerzen
  2. Arbeitshelme mit Licht
  3. Transportkisten

D)  Schutz bei Evakuierung und Ersthilfe

  1. Stiefel
  2. Handschuhe
  3. Atemschutz

  V)  Organisatorische Vorkehrungen

A)  Planung

  1. neue Notfall- und Evakuierungspläne nach Katastrophenarten differenziert erarbeiten (Begründung: Die Katastrophenpläne aus DDR- und BRD-Zeiten waren primär auf Krieg und insbesondere Luftkrieg abgestimmt, sie sind daher bei Hochwasser z. T. schädlich!)
  2. nicht nur auf einen Katastrophentyp wie Hochwasser fixiert sein, sondern auch Brand- und Diebstahlgefahr sowie Hitze- und Kälteperioden berücksichtigen und alle durch Umweltveränderung bedingten Katastrophen bedenken, z. B. Abdeckung von Dächern durch Orkanböen und damit Wassereinbruch von oben.

B)  Wartung und Funktionsprüfung

  1. Notstromaggregate
  2. Akku / Batterien der Taschenlampen
  3. Rückschlagventile
  4. Telefonlisten für Alarmierung (Rettungsdienste, Mitarbeiter, Vorgesetzte, Kollegen)

C)  Planspiele

  1. Szenario:    Museum ohne Telefon / Computer
  2. Szenario:    Museum ohne Heizung / Klimaanlage
  3. Szenario:    Museum ohne Strom
  4. Szenario:    Museum im Hochwasser
  5. Szenario:    Museum von Umwelt abgeschnitten

D)  Notfall - Infrastruktur vorbereiten und erproben

  1. Abpumpstrecken (Begründung: Bei Hochwasser ist es nicht einfach, das abgepumpte Wasser so zu entfernen, dass es für einen selbst und andere unschädlich ist.)
  2. Evakuierung
  3. Reinigung
  4. Schimmelbekämpfung
  5. Sicherheitsmanagement (Begründung: Vom Beginn einer Katastrophe bis zum Abschluss der Rettungs- und Baumaßnahmen ist die Sicherheitslage meist sehr prekär.)

E)  Informationen zu Krisenbeginn

  1. Forderung an Behörden: Einführung eines Katastrophen-Voralarms ("Katastrophenwarnung").(Begründung: Das Ausrufen des Katastrophenzustandes ist mit solchen juristischen und finanziellen Folgen verknüpft, dass einige Behörden lange gezögert haben, diesen Zustand auszurufen. Es müsste daher eine einfache Katastrophenwarnung eingeführt werden, die es jedem ermöglicht, frühzeitig und auf eigenes Risiko seine Vorkehrungen zu treffen.)
  2. Telefonkette der an einem Flusslauf gelegenen Museen. (Begründung: Solange das Vertrauen in die öffentlichen Warnsysteme nicht wieder hergestellt  ist, sollten die in der Nähe eines Flusses gelegenen Museen ihre eigene Telefonwarnkette aufbauen. Für Sachsen wird dies auf der Basis der bereits veröffentlichten (Informationen SMB 24 (2002) S. 75f), nach Flüssen gegliederten Liste vom Sächsischen Museumsbund vorbereitet.
  3. Informationskette zur Alarmierung der Mitarbeiter und Freunde des Museums.

F)   Krisenmanagement

  1. Befugnisse in Katastrophensituationen im Voraus beraten und klären; Ziel: hohe Autonomie der Entscheidungen des Museumsleiters.
  2. Sondervollmachten schriftlich erteilen (z B. keine vorsorgliche und frühzeitige Evakuierung des Personals, solange Museumsgut noch nicht gesichert ist).
  3. Forderung an Politik: Stärkere Einbeziehung von Kulturgutschutz in den Krisenstäben

VI)  Ersthilfe-Management

A)  Risikoabschätzung und -vorsorge

  1. Stromschlag
  2. Schadstoffe im Wasser
  3. Schadstoffe in der Atemluft
  4. Schimmel

B)  Einsatz der freiwilligen Helfer

  1. registrieren (auch für Dank hinterher!)
  2. einweisen
  3. betreuen / führen
  4. kontrollieren

C)  kollegiale Hilfe

  1. Partnerschaften von Museen
  2. Vermittlung von Hilfsangeboten von Fachkräften (Restauratoren)

D)  Kommunikation

  1. eigene Internet-Plattform als Informations- und Steuerungsinstrument (Beispiel: www.schlossbergmuseum.de/smb/flut.html; Erfahrungsbericht: www.schlossbergmuseum.de/smb/flut-info.html#Web)
  2. Internet-Portale und Mailing-Listen
    • H-Museum
    • historicum.net
    • de.museum

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Kontakt / Impressum
Sächsischer Museumsbund e.V. 
Initiative "Partner nach der Flut" (Koordinator: Dr. Thomas Schuler) 
c/o Schloßbergmuseum Chemnitz 

Postadresse: Schloßberg 12, 09113 Chemnitz 
Tel.: +49 371 488-4500 / Fax: -4599; Handy: 0163-SCHULER 

Internet:
ursprünglich: http://www.schlossbergmuseum.de/smb/flut.html
heute: http://www.museumspraxis.info/disaster/saxony02/flut.html
E-Mail: th.schuler <at> t-online.de

Copyright Sächsischer Museumsbund 2002-2005 

Inhalt, Gestaltung und Realisierung: Thomas Schuler 

Website erstellt am  12. Februar 2005 
Letzte Änderungen am  24. Juli 2006

Webmaster: th.schuler <at> t-online.de

Verantwortlich im Sinne des IuKDG (Informations- und Kommunikationsdienste-Gesetz):
Dr. Thomas Schuler, Schloßbergmuseum Chemnitz, D-09113 Chemnitz, Schloßberg 12, Tel 0371-4884500

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